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Von des Städtchens altem Münster,
Tönt der Glocken voller Mund,
Wie ein feierlich Orchester,
Wie ein Gruß aus Morgenstund.
Gilt das Läuten einem Täufling?
Gilt es einem Hochzeitspaar ?
Das mit Bangen und mit Sehnen,
Schreitet ernst zum Traualtar?
Nein der Glocken süßer Klang,
Klingt es so seltsam heut dem Ohr,
So schallt nur ein Totensang,
So tönt nur ein Leichenchor!
Durch des Städtchens lange Gassen,
Ziehet eine Trauerschar,
Die begleitet einen Pilger
Hinter einer Totenbahr.
Und der Zug bewegt sich traurig,
Gen des Städtchens altem Tor,
Da die Glocken nochmals klingen,
Und dann schließen ihren Chor.
Denn St. Martin auf der Höhe,
Läutet nun den Willkommengruß,
der den Toten lädt zur Ruhe,
Und den Sünder mahnt zur Buß.
Horch! Die Abschiedsglocken schweigen,
Macht des Glöckleins hell Gebimmel,
Droben auf dem Ort der Trauer,
Gibt uns allen Trost vom Himmel.
Schweren Schrittes wallt die Menge,
Auf des Steinwegs hartem Stein,
Wo die Linden eben blühen,
Hell beglänzt vom Sonnenschein.
Müde tragen vier der Männer,
Den verschlossenen Totenschrein.
Drinnen der Verstorbene ruhet,
Jetzt erlöst von aller Pein.
Wo zwei schlanke Linden steh'n,
Deren Gipfel sich umfassen,
Senken sie den Sarg zur Erde,
Um von neuen Kraft zu fassen.
Betend bleiben alle stehen,
Und das Haupt vom Hut entblößt,
Während eine Lindenblüte,
Sachte sich vom Baume löst.
Weiter geht der Leichenzug
In dem gleichen schweren Schritt,
Durch des Kirchhofs eisern Gitter,
Wo den Friedhof man betritt.
Dort an einer Mauerecke,
Hat ein Grab man ihm gescharrt,
Den das Leben nicht mehr reizte,
Den die Welt so oft genarrt.
Horch! Das Glöcklein von St. Martin,
Hat zu läuten aufgehört.
Sieh, dem Vöglein auf dem Baume,
Ist die Kehle zugeschnürt!
Denn der Erde übergibt man
Einen, der vom Leben war,
Und den jetzt der finstre Schnitter,
Heimgeführt zu seiner Schar.
Ein paar Tränen langsam fließen,
Mancher geht gerührt zur Seit,
Doch in Kürze deckt die Stille
Schleier und Vergessenheit.
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